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EVKOLA

Lernmodul

Identifikation juristischer Personen

Registerauszüge, Transparenzregister und digitale Verfahren.

Produziert
Bankkaufmann / BankkauffrauLernfeld 3: Konten für Geschäfts- und Firmenkunden führen und den Zahlungsverkehr abwickeln
Lernvideo
Kurz erklärt, prüfungsnah aufbereitet und leicht wiederholbar
Hinweis: Stimme/Avatar in diesem Video sind synthetisch erzeugt.

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Hey du! Herzlich willkommen zu unserem Video für angehende Bankkaufleute. Heute tauchen wir in ein absolut prüfungsrelevantes Thema ein: die Identifikation juristischer Personen im Bankwesen. Wir beleuchten, warum dieser Prozess so wichtig ist, welche Gesetze dahinterstecken und wie du ihn in der Praxis korrekt durchführst. Bereite dich darauf vor, dein Wissen für die IHK-Prüfung auf Vordermann zu bringen!

Lernziele

  • Den Begriff "Identifikation juristischer Personen" definieren und seine Notwendigkeit erklären.
  • Die gesetzlichen Grundlagen, insbesondere das Geldwäschegesetz, sowie die Rolle des wirtschaftlich Berechtigten erläutern können.
  • Den Ablauf einer Legitimationsprüfung für juristische Personen beschreiben und relevante Register korrekt anwenden.

1.Die Identifikation juristischer Personen ist ein Eckpfeiler im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Im Bankwesen bedeutet das, wir müssen nicht nur wissen, wer unser Kunde ist, sondern auch, wer letztlich dahintersteht. Eine juristische Person ist ein Rechtssubjekt wie eine GmbH, AG oder ein Verein, das nicht natürlich ist, aber Rechte und Pflichten tragen kann. Wir sind gesetzlich verpflichtet, bei jeder neuen Geschäftsbeziehung oder bestimmten Transaktionen die Identität dieser juristischen Personen festzustellen und zu überprüfen. Das umfasst die Ermittlung der gesetzlichen Vertreter, der wirtschaftlich Berechtigten und die Einholung wichtiger Dokumente. Die Nichteinhaltung dieser "Know Your Customer" (KYC)-Pflichten kann für uns als Bank erhebliche Bußgelder und einen massiven Reputationsschaden bedeuten.

VisuellGeneriere ein fotorealistisches Bild: Ein Banker sitzt in einem modernen Büro und spricht mit einem Geschäftskunden. Im Hintergrund sind auf einem Monitor schematisch Gesetzestexte und ein stilisiertes Firmenlogo zu sehen, das die Identi…

2.Unsere Pflichten zur Identifikation sind primär im Geldwäschegesetz, kurz GwG, verankert. Es ist unser wichtigstes Werkzeug im Kampf gegen Finanzkriminalität. Ergänzend dazu finden wir relevante Vorgaben in der Abgabenordnung, der AO, und dem Handelsgesetzbuch, dem HGB. Das GwG verpflichtet uns nicht nur zur Legitimationsprüfung bei der Begründung einer Geschäftsbeziehung, sondern auch bei bestimmten Transaktionen über Schwellenwerte. Wir müssen sicherstellen, dass wir Informationen über den Zweck und die Art der beabsichtigten Geschäftsbeziehung einholen. Diese Prüfung muss lückenlos dokumentiert und regelmäßig aktualisiert werden. Bei Verdachtsfällen sind wir sogar zur Meldung an die Financial Intelligence Unit, die FIU, verpflichtet.

VisuellTitel "Gesetzliche Grundlagen und Pflichten für Banken". Liste die wichtigsten Gesetze auf: "Geldwäschegesetz (GwG): §§ 10, 11, 15 Abs. 2, 43 GwG", "Abgabenordnung (AO)", "Handelsgesetzbuch (HGB)". Ergänze Stichpunkte zu den Kernpflichte…

3.Ein zentraler Begriff ist der "wirtschaftlich Berechtigte", abgekürzt wB. Das ist die natürliche Person, die letztlich eine juristische Person besitzt oder kontrolliert, oder auf deren Veranlassung eine Transaktion durchgeführt wird. Es ist ein häufiger Fehler, den gesetzlichen Vertreter, wie einen Geschäftsführer, automatisch mit dem wB gleichzusetzen. Das ist nicht immer der Fall, besonders bei komplexen Strukturen. Wir müssen den wB ermitteln, um zu verhindern, dass Kriminelle sich hinter Firmenkonstrukten verstecken. Die Ermittlung erfolgt primär über das Transparenzregister, ein zentrales Register, das genau diese Informationen offenlegt. Es ist zwingend erforderlich, dieses Register abzufragen und die Angaben des wB zu überprüfen und zu dokumentieren.

VisuellTitel "Der Wirtschaftlich Berechtigte (wB)". Definition: "Natürliche Person, die letztlich kontrolliert oder von der eine Transaktion ausgeht." Zeige ein stilisiertes Organigramm einer Firma mit mehreren Ebenen, das auf eine einzelne Per…

4.Schauen wir uns den Ablauf einer Legitimationsprüfung aus unserer Bankperspektive an. Zuerst stellen wir die Rechtsform der juristischen Person fest – ist es eine GmbH, AG oder ein Verein? Dann ermitteln wir die gesetzlichen Vertreter, beispielsweise Geschäftsführer oder Vorstände, und identifizieren diese persönlich, etwa per Personalausweis oder VideoIdent. Im dritten Schritt holen wir aktuelle Registerauszüge ein, wie einen Handels- oder Vereinsregisterauszug, um Existenz und Vertretungsbefugnis zu bestätigen. Der vierte Schritt ist die Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten über das Transparenzregister. Danach überprüfen wir diese Angaben und holen bei Bedarf weitere Nachweise ein, wie Gesellschafterlisten. Abschließend bewerten wir das Risiko der Geschäftsbeziehung und dokumentieren alle Schritte und Daten sorgfältig.

VisuellTitel "Ablauf der Legitimationsprüfung bei juristischen Personen (Bankperspektive)". Liste die Schritte in nummerierter Reihenfolge auf: "1. Feststellung der Rechtsform", "2. Ermittlung & Identifizierung gesetzlicher Vertreter", "3. Einh…

5.Für eine korrekte Identifikation müssen wir verschiedene Register kennen und nutzen. Das Handelsregister ist unsere primäre Quelle für Handelsgesellschaften und Kaufleute. Es beweist deren Existenz, Rechtsform, Sitz, Kapital und Vertretungsberechtigung. Hier finden wir Informationen zu Geschäftsführern oder Vorständen. Für Vereine nutzen wir das Vereinsregister, das analog zum Handelsregister die Existenz und den Vorstand eines eingetragenen Vereins nachweist. Das Transparenzregister ist hingegen zwingend zur Offenlegung der wirtschaftlich Berechtigten. Es enthält Name, Geburtsdatum, Wohnort sowie Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses des wB. Es ist entscheidend, diese Register korrekt abzufragen, um die Identität und die Kontrolle hinter einer juristischen Person vollständig zu verstehen.

VisuellTitel "Vergleich wichtiger Register für die Identifikation juristischer Personen". Zeige eine Tabelle mit drei Spalten: "Register" (Handelsregister, Transparenzregister, Vereinsregister), "Zweck" (kurze Beschreibung für jedes Register),…

6.Neben der persönlichen Identifikation gewinnen digitale Verfahren immer mehr an Bedeutung. Das Videoident-Verfahren ermöglicht uns, Personen über eine Videoverbindung zu identifizieren, was den Anforderungen des GwG entspricht und eine hohe Flexibilität bietet. Auch die eIDAS-Verordnung der EU spielt eine Rolle, da sie den Rahmen für die Anerkennung elektronischer Identifizierungsmittel und Vertrauensdienste im europäischen Binnenmarkt setzt. Einmal durchgeführte Identifikationen sind aber nicht für immer gültig. Wir haben eine laufende Überwachungs- und Aktualisierungspflicht. Das bedeutet, wir müssen die Kundendaten und die Angaben zum wB regelmäßig prüfen und bei Änderungen aktualisieren. Jeder einzelne Prüfschritt und alle erhobenen Daten müssen lückenlos und nachvollziehbar dokumentiert werden.

VisuellTitel "Digitale Identifikation & Dokumentationspflichten". Zeige Symbole für "Videoident" (Person vor Kamera), "eIDAS-Verordnung" (EU-Flagge mit digitalen Symbolen). Hebe hervor: "Dokumentation aller Prüfschritte" und "Regelmäßige Aktual…

7.Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten, besonders bei komplexen Beteiligungsstrukturen. Auch das Verlassen auf veraltete Registerauszüge oder mangelhafte Dokumentation sind typische Prüfungsfallen. Stell dir vor, du möchtest ein Haus vermieten. Du würdest nicht nur den Mieter persönlich identifizieren, sondern auch prüfen, wer wirklich hinter ihm steht, wer die Miete zahlt und ob die Angaben mit offiziellen Dokumenten übereinstimmen. Ähnlich ist es bei juristischen Personen: Die Bank identifiziert nicht nur die Firma, sondern auch die wahren Eigentümer und prüft die Papiere. Die Nichteinhaltung unserer Sorgfaltspflichten kann gravierende Konsequenzen haben: Neben hohen Bußgeldern drohen Reputationsschäden und im schlimmsten Fall strafrechtliche Ermittlungen, wenn wir unwissentlich Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung ermöglichen.

VisuellGeneriere ein fotorealistisches Bild: Ein Banker sitzt nachdenklich an einem Schreibtisch vor einem Laptop, auf dem ein komplexes Organigramm mit verschachtelten Firmenstrukturen zu sehen ist. Daneben liegen Dokumente und ein Stift. Im H…

Hinweis: Dieses Transkript dient als barrierefreie Textalternative gemäß BFSG / WCAG 1.2.1. Die zusätzlichen „Visuell“-Hinweise beschreiben die wichtigsten Bildinhalte und erfüllen damit auch die Anforderung an eine Media-Alternative (WCAG 1.2.3) für Nutzer:innen, die das Video nicht sehen können. Eingeblendete Untertitel (WCAG 1.2.2) lassen sich im Player über das CC-Symbol ein- und ausschalten.

Lernmaterial
Klar strukturiert für fokussiertes Lernen
Transparenzhinweis: Dieses Lernmaterial wurde (teilweise) KI-gestützt erstellt und wird fortlaufend überprüft und verbessert.
Zusammenfassung

Die Identifikation juristischer Personen im Bankwesen ist entscheidend zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Sie umfasst die Ermittlung der wirtschaftlich Berechtigten und die Anwendung relevanter Gesetze wie dem Geldwäschegesetz.

Ausführliche Erklärung

EINLEITUNG

Die Identifikation juristischer Personen ist ein wesentlicher Bestandteil im Bankwesen, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Banken müssen nicht nur die Identität ihrer Kunden kennen, sondern auch die der wirtschaftlich Berechtigten, um die tatsächliche Kontrolle über eine juristische Person zu verstehen.

KERNPUNKTE

Juristische Personen sind Rechtssubjekte wie GmbHs oder Vereine, die nicht natürlich sind, aber Rechte und Pflichten haben. Die Identifikation erfolgt im Rahmen des Geldwäschegesetzes (GwG), das die Legitimationsprüfung bei neuen Geschäftsbeziehungen und bestimmten Transaktionen vorschreibt. Ein zentrales Element ist die Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten, der über das Transparenzregister identifiziert wird. Fehler wie die Gleichsetzung des gesetzlichen Vertreters mit dem wirtschaftlich Berechtigten sind häufig.

PRAXISBEZUG

In der Praxis bedeutet dies, dass Banken bei der Eröffnung eines Kontos die Rechtsform feststellen, gesetzliche Vertreter identifizieren und aktuelle Registerauszüge einholen müssen. Der wirtschaftlich Berechtigte wird über das Transparenzregister ermittelt und alle Schritte werden dokumentiert. Digitale Verfahren wie Videoident und die eIDAS-Verordnung unterstützen diesen Prozess.

FAZIT

Die korrekte Identifikation juristischer Personen schützt Banken vor rechtlichen und finanziellen Konsequenzen. Eine lückenlose Dokumentation und regelmäßige Aktualisierung der Daten sind unerlässlich, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Keywords
Identifikation
juristische Personen
Bankwesen
Geldwäschegesetz
wirtschaftlich Berechtigter
Transparenzregister
Legitimationsprüfung
KYC
GwG
FIU
Übungsfragen
9 Fragen
Trainiere dein Wissen zu diesem Thema
Hinweis: Die Quizfragen wurden (teilweise) KI-gestützt generiert.
Frage 1 von 9
Leicht
Was ist eine juristische Person im Bankwesen?
Frage 2 von 9
Leicht
Welches Gesetz ist primär für die Identifikation juristischer Personen verantwortlich?
Frage 3 von 9
Mittel
Warum ist die Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten wichtig?
Frage 4 von 9
Mittel
Welche Rolle spielt das Transparenzregister bei der Identifikation?
Frage 5 von 9
Mittel
Wie wird der wirtschaftlich Berechtigte einer juristischen Person ermittelt?
Frage 6 von 9
Mittel
Welche Konsequenzen drohen bei Nichteinhaltung der Identifikationspflichten?
Frage 7 von 9
Schwer
Ein Kunde eröffnet ein Konto für eine GmbH. Welche Schritte sind zur Identifikation notwendig?
Frage 8 von 9
Schwer
Ein Verdacht auf Geldwäsche besteht. Was muss die Bank tun?
Frage 9 von 9
Schwer
Ein Kunde möchte eine hohe Summe überweisen. Welche Pflicht hat die Bank?

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