Lernmodul
Angebotsvergleich (quantitativ)
Preise und Konditionen vergleichen.
Du siehst eine Vorschau. Die erste Minute ist kostenlos.
Registriere dich kostenlos und wähle einen Plan um Videos in voller Länge zu sehen.
Transkript zum VideoAufklappen
Hallo und herzlich willkommen! Heute tauchen wir gemeinsam in ein zentrales Thema für deine Ausbildung ein: den quantitativen Angebotsvergleich. Als zukünftige Industriekauffrau oder Industriekaufmann ist es entscheidend, den wirtschaftlich besten Deal für dein Unternehmen zu finden. Wir zeigen dir, wie du Angebote systematisch analysierst und den wirklich günstigsten Lieferanten identifizierst, damit du in der Prüfung und im Berufsalltag glänzt.
Lernziele
- Die Lernenden können den quantitativen Angebotsvergleich definieren und dessen Ziel benennen.
- Die Lernenden können die Bestandteile des Bezugspreises benennen und diesen Schritt-für-Schritt berechnen.
- Die Lernenden können ein Angebotsvergleichsschema nutzen, um den wirtschaftlich günstigsten Lieferanten zu identifizieren.
1.Stell dir vor, du kaufst ein neues Smartphone. Du vergleichst nicht nur den reinen Gerätepreis, sondern auch die Kosten für Versand, eine eventuelle Versicherung und ob du einen Rabatt oder Gutschein einlösen kannst. Der Gesamtpreis, den du am Ende bezahlst, ist dein „Bezugspreis“. Genau das ist die Idee hinter dem quantitativen Angebotsvergleich im Einkauf: Es ist ein systematisches Verfahren, um das wirtschaftlich günstigste Angebot zu finden. Wir schauen uns alle preisrelevanten Faktoren an – vom Listenpreis über Rabatte und Skonto bis hin zu den Bezugskosten. Das Ziel ist klar: Wir wollen den niedrigsten Bezugspreis, also den tatsächlichen Einstandspreis pro Einheit oder für die gesamte Bestellmenge, ermitteln. So treffen wir fundierte Entscheidungen für unser Unternehmen.
VisuellGeneriere ein fotorealistisches Bild: Eine junge Industriekauffrau oder ein junger Industriekaufmann sitzt an einem Schreibtisch, umgeben von mehreren ausgedruckten Lieferantenangeboten. Sie oder er blickt konzentriert auf einen Laptop-B…
2.Damit wir den Bezugspreis korrekt ermitteln können, müssen wir die verschiedenen Preisstufen verstehen. Alles beginnt mit dem Listeneinkaufspreis, dem Bruttopreis, den der Lieferant angibt. Davon ziehen wir Rabatte ab, zum Beispiel Mengen- oder Sonderrabatte. Das Ergebnis ist der Zieleinkaufspreis – der Preis, den wir zahlen müssten, wenn wir kein Skonto nutzen. Als Nächstes kommt das Skonto ins Spiel, ein Nachlass für schnelle Zahlung. Wenn wir diesen abziehen, erhalten wir den Bareinkaufspreis, den tatsächlich gezahlten Warenwert. Doch damit sind wir noch nicht fertig! Hinzu kommen alle Bezugskosten wie Fracht, Verpackung, Transportversicherung oder Zölle. Erst dann erhalten wir den finalen Bezugspreis oder Einstandspreis – die Gesamtkosten der Ware, bis sie bei uns im Lager ankommt und zur Verfügung steht.
VisuellEine übersichtliche Grafik mit dem Titel "Berechnungsebenen des Preises". Zeige die Preisstufen als vertikale Pyramide oder Stufenmodell: "Listeneinkaufspreis" ganz oben, darunter "abzüglich Rabatte", dann "Zieleinkaufspreis", darunter "…
3.Der quantitative Angebotsvergleich folgt einem klaren Ablauf. Zuerst holen wir Angebote von verschiedenen Lieferanten ein und identifizieren alle relevanten Daten: Listeneinkaufspreis, Rabatte, Skonto, Bezugskosten sowie die wichtigen Zahlungs- und Lieferbedingungen. Diese Bedingungen sind entscheidend, denn sie beeinflussen, wer welche Kosten trägt und wie sich der Preis am Ende zusammensetzt. Anschließend berechnen wir für jedes Angebot systematisch den Bezugspreis. Im dritten Schritt stellen wir die berechneten Bezugspreise in einem Vergleichsschema gegenüber. Zum Schluss identifizieren wir das Angebot mit dem niedrigsten Bezugspreis als das wirtschaftlich günstigste und dokumentieren unsere Entscheidung. So stellen wir sicher, dass wir immer die beste Wahl für unser Unternehmen treffen.
VisuellEin klares Flussdiagramm mit dem Titel "Ablauf des quantitativen Angebotsvergleichs". Zeige die Schritte: 1. Angebote einholen & Daten identifizieren. 2. Bezugspreis für jedes Angebot berechnen. 3. Angebote gegenüberstellen (Vergleichssc…
4.Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Die Metallbau GmbH benötigt 500 kg einer speziellen Aluminiumlegierung. Wir haben drei Angebote erhalten und sollen den günstigsten Lieferanten ermitteln, unter der Annahme, dass Skonto immer genutzt werden kann. Schauen wir uns Lieferant A an: Bei einem Listeneinkaufspreis von 12,50 € pro kg, macht das für 500 kg 6.250 €. Abzüglich 3% Rabatt, also 187,50 €, ergibt sich ein Zieleinkaufspreis von 6.062,50 €. Lieferant B bietet 12,80 € pro kg, also 6.400 € gesamt. Hier ziehen wir 5% Rabatt, also 320 €, ab, was einen Zieleinkaufspreis von 6.080 € ergibt. Lieferant C hat einen Listeneinkaufspreis von 12,20 € pro kg, also 6.100 € gesamt, aber keinen Rabatt, sodass der Zieleinkaufspreis ebenfalls 6.100 € beträgt. Diese ersten Schritte sind essenziell für unser Vergleichsschema.
VisuellEine übersichtliche Tabelle als Angebotsvergleichsschema mit dem Titel "Szenario Metallbau GmbH: Berechnung des Zieleinkaufspreises". Die Tabelle zeigt für Lieferant A, B und C folgende Zeilen: "Listeneinkaufspreis (Gesamt)", "abzüglich…
5.Jetzt ergänzen wir unser Vergleichsschema um Skonto und Bezugskosten. Lieferant A gewährt 2% Skonto auf den Zieleinkaufspreis von 6.062,50 €, das sind 121,25 €. Der Bareinkaufspreis beträgt somit 5.941,25 €. Dazu kommen Bezugskosten von 75 € für Fracht, 20 € für Verpackung und 12,19 € für Versicherung, insgesamt 107,19 €. Der Bezugspreis für Lieferant A ist also 6.048,44 €. Für Lieferant B ziehen wir 3% Skonto von 6.080 € ab, also 182,40 €, was einen Bareinkaufspreis von 5.897,60 € ergibt. Die Bezugskosten hier sind 120 € Fracht und 30 € Verpackung, also 150 €. Der Bezugspreis für Lieferant B liegt bei 6.047,60 €. Lieferant C bietet kein Skonto, der Bareinkaufspreis bleibt 6.100 €. Mit Bezugskosten von 100 € Fracht und 25 € Verpackung, also 125 €, ergibt sich ein Bezugspreis von 6.225 €.
VisuellEine detaillierte Fortsetzung des Angebotsvergleichsschemas aus dem vorherigen Block. Die Tabelle zeigt für Lieferant A, B und C die Zeilen "Zieleinkaufspreis (€)", "abzüglich Skonto (%)", "abzüglich Skonto (€)", "Bareinkaufspreis (€)",…
6.Wenn wir unsere Berechnungen für alle drei Lieferanten abschließen, sehen wir folgende Bezugspreise: Für Lieferant A haben wir 6.048,44 € ermittelt. Lieferant B kommt auf 6.047,60 €, und Lieferant C auf 6.225,00 €. Ein klarer Blick auf die Zahlen zeigt uns: Lieferant B ist mit einem Bezugspreis von 6.047,60 € der wirtschaftlich günstigste Anbieter. Er liegt knapp unter dem Bezugspreis von Lieferant A, der bei 6.048,44 € liegt, während Lieferant C mit 6.225,00 € deutlich teurer ist. Dieses Ergebnis unterstreicht die Notwendigkeit, wirklich alle preisrelevanten Faktoren bis zum Bezugspreis zu berücksichtigen. Der Bezugspreis ist immer die entscheidende Kennzahl, die uns die tatsächlichen Gesamtkosten der Ware bis zu unserem Lager aufzeigt. Er ist die fundierte Basis für deine Beschaffungsentscheidung und hilft dir, die Rentabilität deines Unternehmens zu maximieren.
VisuellEine klare Zusammenfassung der finalen Bezugspreise für Lieferant A, B und C in einem Angebotsvergleichsschema. Hebe den Lieferanten B mit dem niedrigsten Bezugspreis (6.047,60 €) farblich hervor oder markiere ihn deutlich als "wirtschaf…
7.Beim quantitativen Angebotsvergleich gibt es einige häufige Fehler, die du vermeiden solltest. Oft werden Bezugskosten wie Verpackung, Versicherung oder Zölle vergessen oder Skonto auf den falschen Betrag, zum Beispiel den Listeneinkaufspreis statt des Zieleinkaufspreises, angewendet. Auch die korrekte Interpretation von Lieferbedingungen wie 'frei Haus' oder 'ab Werk' ist entscheidend, da sie die Kostenübernahme regeln. Verwechsle niemals den Zieleinkaufspreis mit dem Bareinkaufspreis! Für deine IHK-Prüfung haben wir ein paar wichtige Tipps: Stelle immer alle Rechenschritte transparent dar. Achte genau auf die Fragestellung – wird nach dem Zieleinkaufspreis, Bareinkaufspreis oder dem Bezugspreis gefragt? Und ganz wichtig: Runde erst am Ende deiner Berechnung, um Rundungsfehler zu vermeiden.
VisuellEine zweigeteilte Folie mit den Überschriften "Häufige Fehler" und "Prüfungstipps". Liste unter "Häufige Fehler" die Punkte auf: Vergessen von Bezugskosten, Skonto auf falschen Betrag (nicht Zieleinkaufspreis), Verwechslung von Lieferbed…
8.Fassen wir zusammen: Der quantitative Angebotsvergleich ist ein unverzichtbares Werkzeug für dich als Industriekauffrau oder Industriekaufmann. Er ermöglicht es dir, durch die systematische Berücksichtigung aller preisrelevanten Faktoren – von Rabatten und Skonto bis hin zu den Bezugskosten – den wirklich wirtschaftlich günstigsten Lieferanten zu identifizieren. Auch wenn im Berufsalltag oft ERP-Systeme wie SAP oder Excel-Vorlagen zum Einsatz kommen, ist das Verständnis der manuellen Berechnung die Grundlage für deine Kompetenz. Du kannst nun sicher den Bezugspreis ermitteln und damit fundierte Beschaffungsentscheidungen treffen. Denk daran: Neben dem Preis spielen auch qualitative Faktoren eine Rolle, die wir in einem anderen Video behandeln. Aber mit dem quantitativen Vergleich hast du bereits einen entscheidenden Schritt gemeistert!
VisuellGeneriere ein fotorealistisches Bild: Eine moderne Büroumgebung mit einem Industriekaufmann oder einer Industriekauffrau, die lächelnd und selbstbewusst vor einem Whiteboard steht, auf dem die wichtigsten Schritte eines Angebotsvergleich…
Hinweis: Dieses Transkript dient als barrierefreie Textalternative gemäß BFSG / WCAG 1.2.1. Die zusätzlichen „Visuell“-Hinweise beschreiben die wichtigsten Bildinhalte und erfüllen damit auch die Anforderung an eine Media-Alternative (WCAG 1.2.3) für Nutzer:innen, die das Video nicht sehen können. Eingeblendete Untertitel (WCAG 1.2.2) lassen sich im Player über das CC-Symbol ein- und ausschalten.
Der quantitative Angebotsvergleich hilft, den wirtschaftlich günstigsten Lieferanten zu identifizieren, indem alle preisrelevanten Faktoren wie Rabatte, Skonto und Bezugskosten systematisch analysiert werden.
EINLEITUNG
Der quantitative Angebotsvergleich ist ein essenzielles Werkzeug für Industriekaufleute, um wirtschaftlich fundierte Entscheidungen zu treffen. Er ermöglicht die Auswahl des günstigsten Angebots durch die Analyse aller preisrelevanten Faktoren.
KERNPUNKTE
Der Prozess beginnt mit dem Listeneinkaufspreis, von dem Rabatte abgezogen werden, um den Zieleinkaufspreis zu erhalten. Nach Abzug des Skontos ergibt sich der Bareinkaufspreis. Hinzu kommen Bezugskosten wie Fracht und Versicherung, um den finalen Bezugspreis zu bestimmen. Dieser Preis ist entscheidend für die Beschaffungsentscheidung.
PRAXISBEZUG
Ein Beispiel: Ein Unternehmen erhält drei Angebote für 500 kg Aluminium. Lieferant A bietet einen Listeneinkaufspreis von 12,50 €/kg mit 3% Rabatt und 2% Skonto. Nach Berechnung der Bezugskosten ergibt sich ein Bezugspreis von 6.048,44 €. Lieferant B bietet 12,80 €/kg mit 5% Rabatt und 3% Skonto, was zu einem Bezugspreis von 6.047,60 € führt. Lieferant C hat keinen Rabatt und ein höheres Bezugspreisniveau. Lieferant B ist der günstigste.
FAZIT
Der Bezugspreis ist die entscheidende Kennzahl für die Auswahl des wirtschaftlich günstigsten Angebots. Ein gründliches Verständnis der Berechnungsschritte ist unerlässlich, um fundierte Entscheidungen zu treffen und die Rentabilität des Unternehmens zu maximieren.
Ähnliche Wiki-Artikel

Industriekaufmann: Quantitativen Angebotsvergleich durchführen – einfach erklärt
Ein quantitativer Angebotsvergleich ermittelt den tatsächlichen Bezugspreis pro Einheit für jedes Angebot. Dabei werden vom Listenpreis Rabatte und Skonti abgezogen und die Bezugskosten (z.B. Transpor

Einzelhandel: Angebotsvergleich – 3 Stufen einfach erklärt
Ein Angebotsvergleich hilft dir, das optimale Angebot aus mehreren Optionen herauszufiltern. Er gliedert sich in drei Hauptstufen: den kaufmännischen, den qualitativen/technischen und den wirtschaftli

Fachinformatiker: Quantitativer vs. qualitativer Angebotsvergleich – einfach erklärt
Ein Angebotsvergleich ist entscheidend, um die beste Kaufentscheidung für dein Unternehmen zu treffen. Man unterscheidet dabei zwischen dem quantitativen und dem qualitativen Vergleich. Der quantitati

Büromanagement: Quantitative Kriterien im Angebotsvergleich – einfach erklärt
Quantitative Kriterien sind alle Merkmale eines Angebots, die du objektiv messen und in Zahlen ausdrücken kannst. Sie sind entscheidend für einen transparenten und nachvollziehbaren Angebotsvergleich,
Lernthemen aus anderen Ausbildungen

Büromanagement: Qualitativer Angebotsvergleich – 3 Kriterien einfach erklärt
Ein qualitativer Angebotsvergleich berücksichtigt neben dem reinen Preis auch nicht-monetäre Faktoren, die für die Zufriedenheit und den Erfolg deines Betriebs entscheidend sind. Dazu gehören Aspekte

Industriekaufmann: Nutzwertanalyse im qualitativen Angebotsvergleich – einfach erklärt
**Ergebnis: 6,8** 📍 **Kontext:** Berechnet den Nutzwert aus gewichteten Kriterien. Hier siehst du den Rechenweg mit deinen konkreten Zahlen. 📐 **Rechnung:** • Summe gewichtet: 680 • Summe Gewichte

Büromanagement: Unterschied zwischen Anfrage und Angebot – einfach erklärt
Eine Anfrage ist eine unverbindliche Bitte um Informationen über Produkte, Preise oder Konditionen. Sie dient dazu, sich einen Überblick zu verschaffen und verschiedene Optionen zu vergleichen. Ein An

Einzelhandel: Betriebsvergleich – Definition, Ziele und Bedeutung – einfach erklärt
Ein Betriebsvergleich ist eine systematische Analyse und Gegenüberstellung von Kennzahlen und Leistungen eines Unternehmens mit denen anderer Unternehmen (externer Vergleich) oder mit früheren Periode